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  • Endlich wieder ein Stapellauf bei der Flensburger Werft!

    Endlich wieder ein Stapellauf bei der Flensburger Werft!

    Lange, sehr lange, hat es gedauert, dass wieder ein Schiff bei der FSG (Flensburger Schiffbaugesellschaft) vom Stapel lief. Dreieinhalb Jahre ist es her, es fühlte sich aber viel länger an.

    Dreieinhalb Jahre, in denen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Werft nur Däumchen gedreht, Karten gespielt oder sogar Brombeeren auf dem Gelände der Werft gepflückt haben. Weil ja nichts zu tun war. Aber zur Arbeit mussten sie trotzdem kommen.

    Dreieinhalb Jahre, in denen der damalige Eigentümer der Werft Lars Windhorst mit seiner Werft nichts vernünftiges anzufangen wusste. Die Gehälter wurden zwar weitergezahlt, aber die Mannschaft wurde über die vergangenen Jahre nach mehreren Insolvenzen und Übernahmen immer weiter ausgedünnt. Von den über tausend Menschen, die um die Jahrtausendwende noch dort arbeiteten (mit Fremdfirmen), sind heute nur knapp 280 übrig geblieben.

    Ende 2024: Die Insolvenz – und ein Neuanfang

    Ende 2024 kam dann, endlich, die Insolvenz der Flensburger Werft. Bitter, aber notwendig, um die Werft aus Windhorsts Händen zu lösen und endlich einen Neustart zu ermöglichen.

    Der neue Eigentümer heißt seit Februar 2025 Heinrich Rönner Gruppe, ein Schiffbau- und Stahlunternehmen aus Bremerhaven. Rönner scheint die FSG gut in ihr Portfolio zu passen. Die Werft hat ja eigentlich auch gute Erfahrungen im Bau von Marineschiffen, Spezialschiffen und Frachtfähren.

    Die Produktionsanlagen waren in der Zeit von Windhorst allerdings in Staub und Rost versunken. Bevor die Produktion im März 2025 wieder anlaufen konnte, mussten erst die die Maschinen gewartet, Gasanlagen geprüft und instand gesetzt und vor allem wieder Material eingekauft werden. Denn Rechnungen wurden unter Windhorst nicht gezahlt. Deshalb beendeten die Lieferanten und Zulieferer auch die Zusammenarbeit.

    7. November 2025 – Endlich wieder ein Stapellauf!

    Umso schöner, dass es am vergangenen Freitag (7. November 2025) wieder soweit war! Um Punkt 12 Uhr ertönte das Werfthorn und der Rohbau rutschen den Helgen hinunter. Jetzt liegt er an der Pier und bekommt ein Deckshaus, Aufbauten und weitere Ausrüstung.

    Vom Stapel gelassen wurde der 210 m lange Neubau Nr. 784 mit dem Namen „Searoad 1“ . Eine RoRo-Fähre (von englisch Roll oRoll off, also zum Auffahren von LKW bzw. Aufliegern) für die Australische Reederei Searoad. Das Schiff soll zwischen Tasmanien und dem australischen Festland verkehren. Angetrieben wird es mit LNG (Liquified Natural Gas).

    Rönner zeigt sich optimistisch, dass es mit der Flensburger Werft positiv weitergeht.

    Die Stimmung auf der Werft ist vorsichtig optimistisch. Endlich ist wieder ein normaler Unternehmer am Ruder. Von Beschäftigten ist zu hören, dass die FSG schon seit Jahren mehr Schiffe hätte bauen können – es fehlte nur an Aufträgen und Struktur. Hoffen wir mal, dass die Auftraggeber der möglichen Schiffe noch etwas Geduld haben.

    Ich drücke die Daumen!

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